Prognosfruit: Ernteerwartungen für Kernobst 2015

Die Apfel- und Birnenernte für die Saison 2015-2016 wird nicht die Spitzenerträge des letzten Jahres bringen, weder in Europa noch in Belgien. Die Erträge können jedoch als normal bezeichnet werden. Bei den Äpfeln ist eine Verschiebung von Jonagold und Jonagared zu anderen Sorten zu beobachten. Bei den Birnen bleibt die Conférence in Belgien die unangefochtene Nummer 1.

• Belgien: 19% weniger Äpfel und 7% weniger Birnen
• Die Ernte begann später als letztes Jahr, aber zu einem normalen Zeitpunkt
• Normale Fruchtgröße
• Spitzenqualität und lange Haltbarkeit

Europäische Ernte normal
Der prognostizierte Ernteertrag in Europa wird dieses Jahr auf dem internationalen Prognosfruit-Kongress im italienischen Meran präsentiert. Es wird eine recht normale Ernte erwartet. Im Vergleich zum Durchschnitt der letzten drei Jahre steigt die Apfelproduktion um 7% auf 11,9 Millionen Tonnen und die Produktion der Birnen um 6% auf 2,4 Millionen Tonnen an. Verglichen mit der Spitzenernte des vorigen Jahres ist ein Rückgang von 5 bzw. 4% zu verzeichnen.
Auffallend ist der starke Rückgang der Apfelproduktion in Deutschland (-21%). Auch in Italien werden weniger Äpfel erwartet. In Polen bleibt die Apfelproduktion unverändert. Auf europäischer Ebene wird mit mehr als 2,3 Millionen Tonnen Birnen gerechnet, was einem leichten Rückgang von 3% im Vergleich zur Spitzenernte von 2014/2015 entspricht, jedoch 6% mehr ist als der Dreijahresdurchschnitt. Aus europäischer Sicht bleibt die Birnenproduktion schon seit Jahren mehr oder weniger auf dem gleichen Niveau. Der Anteil der Conférence-Birne an der gesamten Birnenproduktion ist in den letzten Jahren auf 40% gestiegen.

Belgien: Das Interesse an neuen Apfelsorten wächst
Nach einer ersten Ernteprognose wird es in Belgien dieses Jahr 19% weniger Äpfel und 7% weniger Birnen geben. Die Apfelproduktion der Saison 2015/2016 wird auf 258.461 Tonnen geschätzt. Das entspricht einem Rückgang von 19% im Vergleich zum Ertrag der außergewöhnlichen Ernte der Saison 2014/2015. In Belgien wird die Fläche für den Anbau von Kernobst für die Saison 2015/2016 auf 16.205 ha festgelegt. Die Fläche für den Apfelanbau sinkt mit 6.865 ha zum ersten Mal seit Jahren unter 7.000 ha. Der Rückgang hält an und beträgt 209 ha (3% im Vergleich zur Saison 2014/2015).
Jonagold und seine Mutanten bleiben bei der Apfelproduktion die Spitzenreiter mit 107.840 Tonnen. Jedoch werden die Sorten Jonagold und Jonagored (und Mutanten) weniger angebaut, da das Interesse für neue, andere Sorten steigt. Erkennbar ist dieses steigende Interesse an der Vergrößerung der Anbaufläche um 139 ha (+20%) und dem Produktionsanstieg um etwa 50%. Im Vergleich zur Spitzenernte 2014/2015 nimmt der Ertrag für praktisch alle Sorten ab.

Belgien Spitzenreiter mit Conférence
Auch bei Birnen wird für 2015/2016 ein niedrigerer Ertrag erwartet als in der Saison 2014/2015 (Spitzenernte). Die Birnenernte wird auf 347.000 Tonnen geschätzt, was einem Rückgang von 7% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Anbaufläche für Birnen steigt von 9.080 ha in der Saison 2014/2015 auf 9.340 ha in der kommenden Saison. Das bedeutet eine Vergrößerung um 3%. Belgien ist im Hinblick auf die Produktion von Conférence-Birnen auf dem europäischen Markt Spitzenreiter: Ein Drittel der europäischen Conférence-Produktion stammt aus belgischen Landen. Prognostiziert wird eine Produktion von 314.000 Tonnen. Das steigende Interesse an neuen Sorten kommt durch die Vergrößerung der Anbaufläche von 315 ha in der Saison 2014/2015 auf 360 ha in dieser Saison deutlich zum Ausdruck.

Spitzenqualität
Vor allem die günstigen Rahmenbedingungen im Frühjahr und das schöne Sommerwetter sorgen für eine Ernte der Spitzenqualität. Erwartet wird, dass die Ernte zu einem normalen Zeitpunkt beginnt. Anfang September wurde der Startschuss für die Ernte der Conférence-Birne gegeben, für die Ernte von Jonagold Mitte September.

Positive Entwicklung
Das Handelsembargo gegen Russland hat für den europäischen Obstsektor schwerwiegende Auswirkungen gehabt, die auch noch andauern werden. Der belgische Obstsektor hat mit Hilfe europäischer Beihilfeprogramme den Schaden, der durch dieses Embargo verursacht wurde, so weit wie möglich auffangen können. Da eine völlige Schadensbegrenzung jedoch nicht möglich ist, wird der belgische Obstsektor auch in den kommenden Jahren nach neuen Absatzmöglichkeiten suchen und eine weitere Modernisierung der Obstanbaubetriebe anstreben. Positiv ist die allgemein steigende Tendenz des Konsums. Die höhere Produktqualität und die intensiven Werbeaktivitäten tragen ihre ‚Früchte'. 

Quelle: Verband der belgischen Gartenbaugenossenschaften (VBT) und Arbeitsgruppe Ernteschätzung Obst (Werkgroep Oogstraming Fruit).

Lava
Flandria
Nieuws
Contact