Belgischer Obst- und Gemüseverbrauch schwächelt

Aus dem Jahresbericht, den das Marktforschungsbüro GfK Benelux in Auftrag von VLAM erstellte, geht hervor, dass die Belgier im Vorjahr fast 6 % weniger Obst und Gemüse gekauft haben als im Jahr 2013. Im Gemüsekorb bleiben Tomaten an erster Stelle, beim Obst sind Äpfel die Spitzenreiter. Conference-Birnen machten sich auffallend besser und auch Erdbeeren waren beliebt.  

Starker Rückgang der Ausgaben
Im Jahr 2014 kauften die Belgier durchschnittlich 40,2 kg frisches Gemüse und 47 kg frisches Obst. Sie gaben respektive 88 Euro (-4,6 %) und 105 Euro (fast 7 % weniger als 2013) dafür aus. Die Pro-Kopf-Ausgaben für Obst und Gemüse sanken im Vorjahr stärker (-5,8 %) als am Lebensmittelmarkt insgesamt (-0,8 %). Das sind die wichtigsten Zahlen des Marktforschungsbüros GfK Panel Services Belgium zum Einkauf im Privatsegment bei 5.000 belgischen Haushalten im Jahr 2014.
Im Jahr 2014 lagen die durchschnittlichen Ladenpreise von Frischgemüse um 4 % niedriger als 2013. Frischobst war im Vorjahr um 3,4 % billiger und die eingekauften Pro-Kopf-Mengen sanken auch um 3,4 %. Diese niedrigeren durchschnittlichen Ladenpreise aber auch geringere Einkäufe, vor allem bei Frischobst, lagen dem Rückgang bei den Ausgaben zugrunde. Der Rückgang war bei Obst stärker als bei Gemüse und ausgesprochener in Wallonien (-9,7 %) als in Flandern (-4,4 %).

Gutes Jahr für Tomaten
Jeder Belgier kaufte voriges Jahr durchschnittlich 6,330 kg Tomaten. Damit bleiben Tomaten das beliebteste Gemüse in Belgien. Die Nummer Eins im Gemüsekorb wurde, entgegen dem Markttrend, mit gut 1 % an Volumen und 4 % an Ausgaben stärker. Bei den Top Ten der Frischgemüse bleibt die Reihenfolge gegenüber 2013 unverändert. Nur Blumenkohl stößt die Salatgurke wieder vom zehnten Platz; 2013 war das gerade umgekehrt. Die anderen Aufsteiger in den Top Ten waren Lauch, Paprika und Peperoni, die viel billiger waren.
Die stärksten Absteiger waren: Rotkohl, Weißkohl und Wirsing, gemischtes Suppengemüse, Endivie, Prinzessbohnen und Chicorée. Beliebter in der Gemüseabteilung waren: Schnittbohnen, Spargel, Austernpilze, Rucola, Eisbergsalat, gemischtes Gemüse, Rosenkohl und Spinat.

Chicorée als großer Verlierer
Chicorée steht mit 3,33 kg pro Belgier stabil am vierten Platz in der Beliebtheitsskala, verlor aber sowohl an Käufern als auch an Menge (-10 %). Der höhere Preis für Chicorée konnte den Rückgang der Ausgaben auf 8 % beschränken. Bei Salat gewinnen nur Eisbergsalat und Rucola an Terrain. Kopfsalat verliert immer mehr, bleibt aber mit einem Marktanteil von 36 % das wichtigste Segment bei Salat. Eisbergsalat setzt seinen Aufstieg fort und erreicht schon einen Marktanteil von 30 %. 

Trend zu „spezielleren“ Tomaten setzt sich fort
Jeder Belgier kaufte voriges Jahr durchschnittlich 6,33 kg Tomaten. Die normalen (losen) Tomaten machten im Jahr 2000 noch drei Viertel der Kategorie Tomaten aus. Heute ist das nur noch ein Drittel. Strauchtomaten haben den Platz der losen Tomaten eingenommen und der Trend zu „spezielleren“ Tomaten setzt sich fort. Vor allem Kirschtomaten gewinnen in den letzten Jahren stark an Beliebtheit. Sie erreichen heute einen Mengenanteil von 17 % und einen Wertanteil von 33 %. Damit sind die Kirschtomaten an Wert zum wichtigsten Segment bei Tomaten geworden.

Äpfel auf Platz Eins im Obstkorb
In den Top Ten bei Frischobst stehen Äpfel mit 8,880 kg pro Kopf nach wie vor an der Spitze. Dennoch sank der Apfel stärker als der Marktdurchschnitt und verlor 3,7 % an Menge und sogar 13,5 % an Ausgaben. Jonagold ist mit 43 % der Menge Marktführer. Auffallend ist wohl, dass vor allem die klassischen Apfelsorten (Jonagold und Golden Delicious) zugunsten der neueren Sorten wie Braeburn, Belgica, Kanzi und Pink Lady an Terrain verlieren.
Die Erdbeeren waren im Vorjahr billiger und konnten mehr Käufer überzeugen, wodurch die gekaufte Menge um 9 % stieg. Erdbeeren stiegen in den Top Ten denn auch von Platz 10 auf Platz 8.

Birnen auffallender Aufsteiger
Birnen machen einen Sprung in die Top Ten (+29 % an Menge pro Kopf). „Nach dem Importverbot einer ganzen Reihe europäischer Frischeprodukte durch Russland haben die Belgier besonders positiv auf den Aufruf reagiert, mehr Obst und vor allem mehr Birnen aus eigenem Land zu essen“, erklärt VLAM.

Wenige Verschiebungen im Vertrieb
Im Vertrieb von frischem Obst und Gemüse beobachten wir im Jahr 2014 wenig Veränderung.  „DIS 1“ gewann als Marktführer an Terrain und stieg von 47 % auf einen Marktanteil von 48 %, gefolgt durch harten Discount mit einem Status quo von 23 %. An der dritten Stelle folgt der Kleinsupermarkt, der mit einem Marktanteil von 14 % leicht an Terrain verliert. Der öffentliche Markt und das Fachgeschäft blieben mit einem Marktanteil von respektive 5 und 4 % stabil.

Quelle: GfK PanelServices Benelux für VLAM.

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